Nach der Veröffentlichung des letzten Blogbeitrags zu diesem Thema stieß ich auf eine interessante Stelle in dem im Juli 2019 verabschiedeten Landesrahmenvertrag (LRV) Eingliederungshilfe in NRW. Dort sind In den Rahmenleistungsbeschreibungen die Leistungen der Teilhabe am Arbeitsleben in einer WfbM ausgeführt (Anlage A.3.1). Darin sind die für NRW verbindlichen Angaben enthalten, zu denen sich alle Leistungsanbieter sich in den noch zu erstellenden Fachkonzepten für die abzuschließenden Leistungsvereinbarungen positionieren müssen. Diese Stelle bestätigt meine Positionierung in dem ersten Blogbeitrag zu diesem Thema.

Ich möchte Sie auf die verbindlichen Angaben zur Personellen Ausstattung/ Personalqualifikation der Gruppenleiter*innen in der Anlage 3.1 auf Seite 45f hinweisen:

Aufgabe der Fachkräfte zur Arbeits- und Berufsförderung ist es insbesondere, personenzentrierte und lernförderliche Teilhabeprozesse zu initiieren, zu gestalten, zu begleiten und zu evaluieren. Dies geschieht mit der Zielsetzung der Förderung und Erhaltung der Leistungs- und Erwerbsfähigkeit sowie der Weiterentwicklung der Persönlichkeit der Beschäftigten.

Auftrag von Gruppenleiter*innen im LRV NRW

Hier ist eindeutig festgelegt, was die Aufgabe von Gruppenlieter*innen, die in NRW über die Qualifikation als „geprüfte Fachkraft für Arbeits- und Berufsförderung“ (gFAB) verfügen müssen. Sie sind nicht vorrangig für die Produktion oder Beschäftigung der Beschäftigten eingesetzt. Sie haben in NRW ganz klar den Auftrag, personenzentrierte und lernförderliche Teilhabeprozesse zu initiieren, zu gestalten, zu begleiten und zu evaluieren. Diese Angaben finde ich für unsere Arbeit in der Werkstätten als sehr hilfreich, da sie das festlegt, was innovative Werkstätten mit ihren Mitarbeitenden und Leitungen schon länger umgesetzt haben. Diese Festlegung muss jetzt auch den Leitungen oder Gruppenleitungen zu denken geben, die „pädagogischen“ Aufgaben als nicht wichtig ansehen und sie nicht verfolgen. Sie sollten auch bedenken, dass etwa  80% der Einnahmen einer WfbM aus dem Tagessatz stammen. Den erhält für die Umsetzung der festgeschriebenen Vorgaben für die Arbeit in Werkstätten und damit zukünftig in NRW für die Gestaltung der Teilhabeprozesse einschl. der Umsetzung, Begleitung und Evaluation. Man könnte auch von einer „beruflichen Rehabilitation in Werkstätten“ sprechen. Diese Passage in den Rahmenleistungsbechreibungen

Für mich wäre interessant zu erfahren, ob in den Landesrahmenverträgen in den anderen Bundesländern (sofern diese schon vorliegen) zu diesem Punkt Angaben zu finden sind.

Wie auch der erste Blogbeitrag zu diesem Thema soll dieser Beitrag zum Nachdenken und Diskussion anregen. Wenn Sie Widersprüche haben, schreiben Sie mir gerne einen Kommentar. Dann können wir die Gedanken vertiefen.